Berliner Kindl dürfte so ziemlich jeder deutsche Biertrinker schon mal probiert haben. Nichts, was Begeisterungsstürme auslösen würde. Dabei hat die Kindl-Brauerei im Berliner Stadtteil Neukölln durchaus eine bemerkenswerte Historie und vor allem eine sensationelle Architektur. All das ist aber spätestens seit der Schließung der Brauerei Ende des letzten Jahrtausend nicht mehr relevant. Inzwischen wird das Kindl, genau wie alle Berliner Massenproduktionsbiere (z.Bsp. Schultheiss, Berliner Pilsner), von Dr. Oetker in Weißensee gebraut. Das so etwas dem Geschmack nicht gut tut dürfte klar sein.
Und was ist aus dem großartigen Brauereigelände geworden? Überirdisch kann man wochenends Krempel auf einem Flohmarkt erwerben oder Paintball spielen. Im Winter gibt es in einer der alten Hallen Beachvolleyball. Die imposanten Keller wurden nur einmal im Jahr, am Tag des offenen Denkmals geöffnet.
Seit letztem Jahr ist aber Leben ins Sudhaus eingezogen. Wilko Bereit, ein junger und engagierter Braumeister, hat dort eine kleine Brauerei errichtet und knüpft damit an die lange Tradion des Ortes an. Im Video erklärt er selbst wie´s dazu kam.
Inzwischen braut Wilko Bereit 3 Biersorten (Rollberg Rot, Hell und Weizen), die schon in zahlreichen Berliner Kneipen und freitags und samstags auch direkt in der Brauerei ausgeschenkt werden. Nach einem Geschmackstest in der Schilling-Bar in Kreuzkölln kann ich nur sagen: Lecker!





