Gezapftes

Das Wichtigste rund ums Bier

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Quartiermeister (Quelle: quartiermeister.org)

Quartiermeister (Quelle: quartiermeister.org)

Ein Bier bitte! Mit dieser Bestellung kommt man heutzutage nicht mehr weit. Nicht weil Bier inzwischen zur Mangelware geworden wäre, sondern weil ein Überfluss herrscht, der manchmal schon überfordert. Welches Bier soll man bestellen und warum? Die Auswahl ist riesig. Allein in Deutschland existieren ca. 1500 Brauereien, die weit über 7000 verschiedene Biere brauen. Hält man sich als Konsument streng an die Vorschriften des Reinheitsgebotes bleiben immer noch mehr 1000 Biere übrig. Dazu kommen Importbiere aus aller Herren Länder. Wer behält da den Überblick?
Ein Trend den man derzeit in Berlin beobachten kann, könnte den Biertrinkern in Zukunft bei der Auswahl helfen. In den letzten Monaten konnte man in den kleinen Szenekneipen in Neukölln und Kreuzberg beobachten, wie immer neue Biersorten die Kühlschränke füllten. Abseits von Kindl, Schultheiss und Berliner entwickelt sich hier allmählich eine neue regionale Bierkultur, die sich vor allem durch kleine Produktionsmengen, Nachhaltigkeit bei der Herstellung und ein cleveres Marketing, dass sich deutlich vom Wir-sind-alle-gut-drauf-wenn-wir-nur-unser-Bier-haben- Image unterscheidet. Nach Aussagen der Betreiber der Kiezkneipe Freies Neukölln, kommt fast jede Woche jemand mit einer neuen Kreation, die unbedingt in ihrer Kneipe verkauft werden sollte. Die Marken heißen “Profan“ oder einfach nur “Bier“ und zielen auf die hippe Berliner Szene. weiter lesen

Rollbergbrauerei mit Logo (Quelle: rollberger.de, Foto: Jo Fischer)

Berliner Kindl dürfte so ziemlich jeder deutsche Biertrinker schon mal  probiert haben. Nichts, was Begeisterungsstürme auslösen würde. Dabei hat die Kindl-Brauerei im Berliner Stadtteil Neukölln durchaus eine bemerkenswerte Historie und vor allem eine sensationelle Architektur. All das ist aber spätestens seit der Schließung der Brauerei Ende des letzten Jahrtausend nicht mehr relevant. Inzwischen wird das Kindl, genau wie alle Berliner Massenproduktionsbiere (z.Bsp. Schultheiss, Berliner Pilsner), von Dr. Oetker in Weißensee gebraut. Das so etwas dem Geschmack nicht gut tut dürfte klar sein.

Und was ist aus dem großartigen Brauereigelände geworden? Überirdisch kann man wochenends Krempel auf einem Flohmarkt erwerben oder Paintball spielen. Im Winter gibt es in einer der alten Hallen Beachvolleyball. Die imposanten Keller wurden nur einmal im Jahr, am Tag des offenen Denkmals geöffnet.

Seit letztem Jahr ist aber Leben ins Sudhaus eingezogen. Wilko Bereit, ein junger und engagierter Braumeister, hat dort eine kleine Brauerei errichtet und knüpft damit an die lange Tradion des Ortes an. Im Video erklärt er selbst wie´s dazu kam.

Inzwischen braut Wilko Bereit 3 Biersorten (Rollberg Rot, Hell und Weizen), die schon in zahlreichen Berliner Kneipen und freitags und samstags auch direkt in der Brauerei ausgeschenkt werden. Nach einem Geschmackstest in der Schilling-Bar in Kreuzkölln kann ich nur sagen: Lecker!

Anfang des Jahres geisterte eine Schreckensmeldung durch die Medien des Landes: Deutschland hat den Bierrekord verloren! Es geht um das stärkste Bier der Welt, also das mit dem größten Alkoholgehalt. weiter lesen

Das neue Pint von Holsten

In England schon lange in Mode, und jetzt zur WM auch in Deutschland zu haben: Holsten pustet die Dose auf. Die schmale Dose, die auch für Frauen- und Minderjährigenhände geeignet scheint, leuchtet mit rotem 13,5%-Gratiskopf im Bierregal. Das macht 0,568 Liter Holsten pro Dose. Der Preis bleibt stabil. Das ist durchaus ein attraktives Angebot. Die alte Fußballfan-Formel pro Halbzeit ein Bier scheiterte ja in der Praxis immer an der Viertelstunde zwischen den beiden Halbzeiten. So lange braucht doch kein Mensch, um auf´s Klo zu gehen. Also machte man schon mal das zweite Bier auf. Eine Viertelstunde vor Schluss musste man sich dann entscheiden, ob man das Spiel jetzt ohne Bier zu Ende sehen oder nach Abpfiff noch mit einem gerade erst geöffneten Pils Waldemar Hartmann ertragen wollte. Dieses Problem könnte tatsächlich mit den zwei Schluck mehr ja Dose gelöst sein. Allerdings bleibt in der Holsten-Dose auch Holsten-Bier. Das macht den ganzen Vorteil natürlich wieder zunichte. Und überhaupt, wer will schon Bier aus der Dose?

Heineken hat schon immer ein Händchen für gute TV-Werbung gehabt. Die hier hab ich im deutschen Fernsehen noch nicht gesehen. Macht aber nichts, denn lustig ist sie trotzdem. Endlich mal echte Talente! weiter lesen