Selbst das Gesetz ist vor dem Gesetz nicht sicher — Top Ten Bierstories 2011 — Part IX
Geposted von Tobias | Stories | Geposted am November 16th, 2011

quelle: flickr.com von astalena
So sollte man meinen, wenn man den Fahrkünsten eines Amtsrichters glauben kann. Dieser setzte sich nach dem vierten Bier frisch, fröhlich und frei hinters Steuer. Schon beim Ausparken nimmt er zwei Poller mit und merkt davon rein gar nichts. Auch den Ball, der auf die Straße rollt, sieht der Jurist viel zu spät.
Da es sich zum Glück nur um einen Test handelt, ist nichts passiert. Auch die Poller waren keine Poller, sondern nur Pylonen, die von der DEKRA auf ihrer Teststrecke aufgestellt worden.
Es handelt sich nämlich in diesem Fall nur um eine Fortbildung, an der rund 30 Richter und Anwälte aus Essen teilnahmen. So möchten diese Gesetzeshüter am Selbsttest erfahren, was es heißt, sich betrunken hinters Steuer zu setzen. Wie wirkt sich Alkohol auf das Fahrverhalten aus? Was passiert oder kann passieren, wenn man so unvernünftig ist und sich in diesem Zustand hinters Steuer setzt?
Im Schulungsraum werden dafür 30 Liter Bier und sieben Flaschen Wein zur Verfügung gestellt. Unter “realen” – und sicheren – Verhältnissen wollen sie herausfinden, welche Gefahren von betrunkenen Fahrern ausgehen können.
Bevor ein jeder Anwalt/Richter sich hinters Steuer setzt, werden nochmals – ganz offiziell – seine/ihre Werte genommen. Ob drei oder vier Bier, zwei Gläser Wein oder durcheinander. Jeder ist wohl mehr oder weniger betrunken und kann nun sein “Können” am Steuer beweisen.
Jeder ist auf seine Art und Weise gelöst und einfach gut gelaunt, gleichzeitig ist allerdings – und das ist das gefährliche – die Reaktionsfähigkeit schon um zehn Prozent vermindert worden.
Vermeintlich leichte Dinge wie Bremsen, Schalten und Abbiegen werden dann zu einer ungeahnten Schwierigkeit. Winkel werden falsch eingeschätzt und Dinge einfach übersehen. Eine eventuell noch eintretende Reaktion tritt viel zu spät ein und oftmals sind Unfälle nicht mehr zu verhindern. Mit fallenden Hemmungen werden zudem Geschwindigkeiten falsch eingeschätzt. Mit schnellem Fahren soll den Mitfahren zumeist imponiert werden. Die längeren Bremswege werden da nur zu gern vergessen. Der nur zu berühmte Tunnelblick tut sein übriges.
Die Konsequenz kann nur sein: Don’t drink and drive! Denn wer im betrunkenen Zustand noch ein Kraftfahrzeug führt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch seine Umwelt. Und da liegt der Hund begraben: Jeder kann tun was er will, aber wenn andere gefährdet werden, hört der Spaß auf. Leider ist es eben immer wieder genau so: Unschuldige werden verletzt und der Schuldige kommt mit einem Schrecken davon! Also immer an eure Umwelt denken und die richtigen Entscheidungen treffen, möglichst noch im nüchternen Zustand.